9. Dezember 2020

09.12.

Büropräsenz – das Maß aller Dinge?

Noch nie war das Thema Homeoffice so aktuell wie in diesem Jahr. Und wahrscheinlich auch noch nie so umstritten!

Büropräsenz oder Heimarbeit? An dieser Frage scheiden sich derzeit die Geister. Arbeitnehmer wie Arbeitgeber konnten und mussten in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie zahlreiche Erfahrungswerte sammeln, was die Arbeit von zu Hause aus angeht.

Nun wollen erste Firmen anfangen, ihre Mitarbeiter zurück ins Büro zu beordern, um ein Abreißen der sozialen Kontakte zu verhindern. Andere Arbeitgeber wiederum planen, Heimarbeit auch für die Zeit nach Corona als festen Bestandteil der Unternehmenskultur beizubehalten.

Pro und Contra: Homeoffice im Check
Um Sinn und Notwendigkeit der Heimarbeit zu beurteilen, gilt es, beide Seiten der Medaille gegeneinander abzuwägen.

Die Vorteile von Homeoffice liegen klar auf der Hand:

  • Störungen werden deutlich reduziert. Dadurch ist es möglich, in längeren Konzentrationsphasen an einem Thema zu arbeiten, wodurch die Produktivität nachweislich steigt.
  • Meetings werden auf das wirklich notwendige Maß reduziert; unnötige Abstimmungen entfallen.
  • Die Mitarbeiter sparen sich lange Arbeitswege. Das schont nicht nur die Nerven, sondern auch die Umwelt!
  • Mehr Selbstbestimmung fördert die Motivation. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, seine Arbeitszeiten – natürlich mit Rücksicht auf anstehende Meetings und Deadlines – an seinen persönlichen Biorhythmus oder familiäre Erfordernisse anzupassen. Um 16.00 Uhr die Kinder aus der Kita holen? Im Homeoffice kein Problem. Sind die Kinder abends im Bett, können liegengebliebene Aufgaben problemlos erledigt werden.

Doch auch die Nachteile der Heimarbeit sind nicht von der Hand zu weisen:

  • Ob das Treffen in der Kaffeeküche oder der gemeinsame Gang in die Kantine: Die sozialen Kontakte leiden unvermeidlich, wenn die Kommunikation nur noch über den Bildschirm stattfindet.
  • Manche Ziele lassen sich einfach besser (oder nur!) um Team erreichen. Hier kann sich die Arbeit im Homeoffice als echter Hemmschuh entpuppen.
  • Disziplin ist in Sachen Heimarbeit nicht jedermanns Sache: Ablenkungen lauern schließlich an jeder Ecke. Um auch zuhause effizient zu arbeiten, sind ein klares Zeitmanagement und Priorisierung unumgänglich.
  • Oft fällt es im Homeoffice schwer, Arbeit und Privatleben sauber voneinander zu trennen. Allzu schnell verliert man den Überblick über seine Arbeitszeiten und arbeitet so an den meisten Tagen mehr, als man eigentlich müsste.

Die Mischung macht’s: Präsenztage und Homeoffice sinnvoll kombinieren
Gerade in Zeiten der Pandemie ist Homeoffice zweifellos ein probates Mittel, um die Gesundheit der Mitarbeiter – und somit auch die Produktivität des Unternehmens – zu schützen.

Doch ganz ohne Präsenz im Büro geht es in vielen Fällen auch nicht. Um hier langfristig die richtige Balance für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu finden, sind einige Faktoren mit entscheidend:

  • Klare Zieldefinitionen dienen den Mitarbeitern als Orientierung, um sich im Homeoffice sinnvoll zu organisieren und selbst zu kontrollieren.
  • Saubere Kommunikationsstrukturen (z. B. über Teams, Skype oder Slack) ermöglichen eine offene Kommunikation in Echtzeit trotz räumlicher Trennung.
  • Klar geregelte Verantwortlichkeiten innerhalb der einzelnen Projekte oder Prozesse helfen, diejenigen Aufgaben zu identifizieren, die zwingend als Team vor Ort erledigt werden müssen. So ist es für Projektteams in der heißen Projektphase sicherlich sinnvoll, gemeinsam im Büro am erfolgreichen Projektabschluss zu arbeiten. Viele vorbereitende Aufgaben können hingegen auch gut allein im Homeoffice abgearbeitet werden.

Soviel steht fest: Die Corona-Pandemie wird unser Arbeitsleben nachhaltig und langfristig verändern. Arbeitgeber wie Arbeitnehmer sollten sich daher schon jetzt darauf einstellen, dass das Homeoffice auch in Zukunft fester Bestandteil des Arbeitsalltags bleiben wird. Um diesen Umbruch erfolgreich zu meistern, sind beide Seiten gefragt.

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